Station 5

Jesus lebt (nach Matthäus 28, 1-10)
Als der Feiertag, der Sabbat vorüber war, am frühen Ostermorgen gingen Maria von Magdala und die andere Maria hinaus zum Grab Jesu.
Plötzlich fing die Erde an zu beben und ein Engel Gottes kam vom Himmel herab. Der Engel leuchtete hell wie ein Blitz und sein Gewand war weiß wie Schnee. Die Posten, die vor dem Grab Wache hielten, stürzten vor Schreck zu Boden. Der Engel wälzte den schweren Stein, der das Grab verschloss, beiseite.
Zu den Frauen sprach er: „Fürchtet euch nicht! Ich weiß, dass ihr Jesus, den Gekreuzigten, sucht. Er ist nicht mehr hier. Jesus ist auferstanden, so wie er es vorhergesagt hat. Kommt und seht euch die Stelle an, wo er gelegen hat. Dann beeilt euch und geht zu seinen Jüngern. Sagt ihnen, dass Jesus von den Toten auferstanden ist. Er wird nach Galaläa gehen, dort werdet ihr ihn sehen.“
Die Frauen liefen erschrocken vom Grab weg. Gleichzeitig aber erfüllte sie große Freude. Schnell wollten sie den Jüngern alles erzählen, was sie erlebt hatten. Doch da stand plötzlich Jesus vor ihnen. „Seid gegrüßt!“ sagte er. Da fielen sie vor Jesus auf die Knie und umklammerten seine Füße. Jesus aber beruhigte sie: „Fürchtet euch nicht! Geht, sagt meinen Freunden, sie sollen nach Galiläa kommen! Dort werden sie mich sehen.“

Zum Nachdenken
Was bedeutet Ostern für mich? Was bedeutet es in einer Zeit, wo wir nicht verreisen können, wo wir uns nicht besuchen können, wo es kein Osterfrühstück und keinen Familiengottesdienst mit Ostereiern gibt?
Sind wir vielleicht in diesem Jahr sogar Ostern – Jesus ein Stück näher? Vielleicht sind wir in diesem Jahr nicht so abgelenkt von vielen Nebensächlichkeiten.
Jesus lebt! Auch die beiden Frauen am Grab konnten das nicht gleich begreifen. Zwei Mal mussten sie die frohe Botschaft hören. Und wir? Was ist mit uns heute?
Begreifen wir, was Ostern für uns bedeutet?

Aufstehen
jeden Morgen neu
immer wieder
einmal jedoch – für immer
Aufstehen, auf-erstehen
aus den Mauern selbstauferlegter Pflichten
aus dem Kreis des Gewohnten
aus der Enge des Alltags
Aufstehen, auf-erstehen, sich befreien
von den Fesseln liebgewordener Gewohnheiten
von den Banden lähmender Selbstzweifel
vom zentnerschweren Stein quälender Sorgen
Aufstehen, auf-erstehen, sich befreien, auferweckt werden
Gott ruft uns auf, mit seiner Hilfe aufzustehen
auf-zuerstehen, uns zu befreien
Von dem, was uns hindert, Lebende, Lebendige, Liebende zu sein
jeden Morgen neu, immer wieder
bis wir einmal von ihm zum ewigen Leben auferweckt werden

Gebet: Vater im Himmel, wir danken dir, dass du uns Jesus geschickt hast. Danke, dass er seinen Weg gehorsam bis zum Tod gegangen ist. Aber noch viel mehr danken wir dir, dass du ihn auferweckt hast und wir Ostern feiern dürfen. Schenke uns in diesen Tagen Freude, Hoffnung und Zuversicht. Amen

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